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Ökumene in Rottendorf: Offen - unverkrampft - kritisch
Am 12. Oktober 1999 fand das alljährliche ökumenische Rätetreffen im Marienheim statt. Inzwischen ist es schon zur festen Einrichtung geworden, dass sich die Pfarrgemeinderäte und die Kirchenverwaltungen der katholischen Pfarrgemeinden Rottendorf und Rothof mit dem Kirchenvorstand der evangelischen Kirchengemeinde an einen Tisch setzen - abwechselnd im Marienheim und im evang. Gemeindehaus. Sie lassen Revue passieren, was im vergangenen Jahr auf ökumenischer Ebene gelaufen ist, was gut war, was man noch verbessern könnte und was für das kommende Jahr geplant ist. Dies geschieht bisweilen von beiden Seiten in durchaus kritischer Form, wobei sich häufig auch Kritiker aus den eigenen Reihen zu Wort melden. Es wird diskutiert, analysiert und es werden Verbesserungsvorschläge dort gemacht, wo noch Schwachstellen sind. Die große Offenheit und Unverkrampftheit in der dies geschieht, lassen erkennen, dass schon seit Jahren Ökumene in Rottendorf groß geschrieben wird:
Zahlreiche Ökumenische Veranstaltungen über das ganze Kirchenjahr hinweg haben schon Tradition, wie z.B. das Totengedenken an Allerheiligen und am Volkstrauertag, der gemeinsame Gottesdienst am Buß- und Bettag, das Adventssingen, das gemeinsame Vorbereiten und Feiern des Weltgebetstages, die Ökumenische Bibelwoche. Andere sind in den letzten Jahren dazu gekommen wie z.B. die Kinderbibeltage. Feste Einrichtungen sind die gemeinsamen Seniorennachmittage und das Kinderbasteln.
Ökumene in Rottendorf ist sowohl als Ökumene des Mitgestaltens als auch als Ökumene der Teilnahme zu verstehen, indem nicht nur gemeinsam etwas gemacht wird, sondern, etwa durch den gegenseitigen Besuch besonderer Gottesdienste, wahrgenommen wird, was die Besonderheit des Anderen ausmacht. Ökumene in Rottendorf ist kein Zustand, es ist ein Prozess, der noch nicht abgeschlossen ist, der aber in dem gemeinsamen Wortgottesdienst am Reformationsfest anlässlich der offiziellen Erklärung beider Kirchen zur Rechtfertigungslehre seinen feierlichen Höhepunkt fand.
Das Rätetreffen ist nur ein kleines Mosaiksteinchen auf dem gemeinsamen Weg. Es bietet die Möglichkeit, Impulse zu geben und Zeichen zu setzen, aber auch, in gemütlicher Runde zusammenzusitzen und miteinander zu reden. Unsere Geistlichen, Herr Pfarrer Seipel, Herr Diakon Isack und Herr Pfarrer Wurmthaler gehen uns dabei mit gutem Beispiel voran.
Monika Kasper-Schlottner
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