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Die Ökumene geht weiter

Auch im Jahr 2000 fand das Ökumenische Rätetreffen statt. Es war um einen Monat - auf den 13. November - verschoben worden, weil sowohl auf evangelischer als auch auf katholischer Seite neu gewählt worden war: zum einen eine neue Kirchenverwaltung am 4. November, zum anderen ein neuer Kirchenvorstand am 22. Oktober. Die Runde im evangelischen Gemeindehaus war dementsprechend gross, denn es waren die alten und neuen Kirchenvorstände anwesend.
Frau Doris Fröhlich, die aus dem Amt scheidende Vertrauensfrau der Friedenskirche, dankte allen für die bisher geleistete Arbeit im Bereich der Ökumene und äußerte sich überzeugt davon, dass die Ökumene in Rottendorf erfolgreich weitergeführt werde, da man auf einem guten Weg sei.

Das zeigte sich schon im weiteren Verlauf der Sitzung. Nach einem, diesmal knapp ausgefallenen, Rückblick auf Ökumenische Veranstaltungen im vergangenen Jahr, gab es eine Fülle von Anregungen für neue Möglichkeiten des geistigen Austausches und gemeinsamer Aktionen beider Kirchen. Beispielsweise wurde eine Ökumenische Adventsvesper zu Beginn des neuen Kirchenjahres am 1. Advent in der St. Vituskirche um 18.30 Uhr geplant. Dabei wußte Pfarrer Seipel anschaulich über den Ursprung der Vesper als Teil der altkirchlichen, vor allem in Klöstern verbindlichen Gebetsordnung für die acht Tag- und Nachtzeiten: Mette, Laudes, Prim, Terz, Sext, Non, Vesper und Komplet zu erzählen. Auch die evangelische Kirche hat vier dieser Stundengebete beibehalten, unter anderen die Vesper. Die darin gelesenen und gesungenen Psalmen wiederum basieren auf jüdischer Tradition, der beide Kirchen verhaftet sind.

Die Rottendorfer Kirchengemeinden hatten ihre Verbundenheit mit der jüdischen Gemeinde in Würzburg im Anschluss an den Besuch der Veitshöchheimer Synagoge in einem Dankesschreiben an den Vorsitzenden Dr. Schuster bereits zum Ausdruck gebracht und wollen auch hier verstärkt weiterwirken, möglicherweise in einem Gesprächskreis zu den Themen jüdischer Glaube und Judentum. Diakon Isack hält den Kontakt zu der jüdischen Gemeinde jedenfalls weiter aufrecht. Der Abend war zu kurz, um die angesprochenen Themen erschöpfend ausdiskutieren zu können. Einiges soll aber an anderer Stelle fortgeführt werden. Viele wertvolle Beiträge kamen von den neuen Mitgliedern, die dem Rätetreffen diesmal eine besondere Note gaben: Es ging mehr um Inhaltliches als um Termine. Dies trug dazu bei, dass man dem bereits bei den Ökumenischen Kinderbibeltagen verwendenten Begriff des Brückenbauens auch auf dem Gebiet der Ökumene erneut ein Stück näher kam. Pfarrer Wurmthaler bekräftigte dies in seinem Schlusswort, indem er sich der offiziellen Erklärung des evangelischen Landesbischofs zur jüngsten Verlautbarung der Glaubenskongregation der Katholischen Kirche anschloss. Darin rief Landesbischof Friedrich zu einem Weiterbemühen ökumenischen Verhaltens und verstärkt zur Einheit in versöhnter Vielfalt auf. Keine Frage für die beiden Rottendorfer Kirchengemeinden. Die Ökumene geht weiter!

Monika Kasper-Schlottner

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